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Zwischen den Zeilen

  • Jun 17, 2019
  • 2 min read


Die Besonderheit in einer guten Kommunikation liegt wohl in der Authentizität, mit der die Kommunizierenden sich austauschen.

Manchmal staune ich, wie viel ein einziger Mensch reden kann, ohne etwas zu sagen. Oft wundere ich mich, welche Wortwahl in einer Unterhaltung getroffen wird. Mehrmals habe ich dabei das Gefühl, dass der Inhalt in diesem Austausch eigentlich ein ganz anderer sein sollte.

Ich liebe das geschriebene so wie auch das gesprochene Wort. Die Möglichkeit, etwas mit Worten auszudrücken, finde ich tatsächlich sehr spannend. Zusätzlich sind wir Menschen in der Lage, mit Stimmlage, Lautstärke und Betonungen, das was wir meinen, auch so zu transportieren, dass es so verstanden wird, wie wir es meinen. Oder beginnt hier bereits das Unverständnis, weil die Wortwahl, etwas mitteilen zu wollen, unterschiedlicher nicht sein kann?

Können wir uns immer darauf verlassen, dass das was wir hören, auch so gemeint sein soll?

Und wie ist das mit dem unausgesprochenen Wort, das doch jeder hört? Der Ton macht die Musik, der Unterton begleitet.

Ich unterhalte mich sehr gerne mit Menschen, die eine klare Sprache sprechen.

Und das, ist natürlich Quatsch!

Und genau der Punkt. Weil.....

Na gut, vielleicht ein Beispiel:

"Ja servus, schon lang nicht mehr gesehen. Wie geht's dir" fragte Sonja die Frau, die ihr auf dem Billaparkplatz begegnete. Sonja war in Eile. Endlich raus aus dem Büro, heimgehetzt, schnell noch einkaufen, dann die Kinder vom Hort abholen. Im Kopf schon der nächste Tag. Der, so wie der heutige, stressvoller nicht sein könnte. Uuuund im Kopf die letzten Worte von Herberti vor einer Stunde auf WhatsApp. :

Hi Schatz, heute wirds später, haben noch eine Besprechung.

"Hallo. Danke! Und dir?" hustet die Frau ins Taschentuch. Die Nase rot, die Augen glasig.

"Ja eh. Alles okay. Habs nur leider sehr eilig. Vielleicht kommst mal auf ein Kaffeetratscherl vorbei? Tschüss dann!

"Wozu die mich fragt, wies mir geht. Ja genau! Tussi, blede!"

Also, Quatsch, das mit der perfekten Kommunikation. Wie die Lehrbücher hilfreich festhalten. Okay, ein Anhaltspunkt. Das Ja! Doch oft steht zwischen den Zeilen mehr. Und nix is schematisch, überall gleich, wie im Lehrbuch.

Also, im wirklichen Leben.

Denn Menschen sind halt , naja Menschen, und da wos Menschen sind, menschelts halt. Vor allem zwischen den Zeilen.


 
 
 

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