Ungewöhnlicher Ausbruch aus verschlossenem Friedhof
- Jul 29, 2014
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Zwei nette, wirklich schon sehr betagte Damen betraten den Warteraum der Unfallambulanz. Es war 9Uhr Vormittags. Eine der beiden Frauen trug ihren linken Arm in einem Stofftuch, lächelte.
"Guten Tag, Frau Meisel. Was kann ich für sie tun?", fragte ich voll Mitgefühl die nette Dame, die mir sofort sympathisch war. Bei einem Blick auf ihren Unteram erkannte ich sofort die missliche Lage. Das Handgelenk war, wie sagt man so schön: Nicht mehr in Form... offensichtlich hatte sich die nette, sympathische alte Frau den Unterarm gebrochen, was die Röntgenbilder dann auch bestätigten. "Sie Arme, einen Moment bitte, ich geb gleich Eis drauf.Sie müssen ja Schmerzen haben. Wie ist das denn passeirt?"
"Schwesterlein, das ist eine komische Geschichte." lächelte Frau Meisel.
Und während wir den Unterarm von Martha einrichteten und eingipsten, erzählte sie uns ihre - wirklich bemerkenswerte - Geschichte:

"Wissen sie, ich besuche jeden Tag das Grab meines Mannes. Ein bisserl tratschen und erzählen beim Unkrautzupfen und Blumengiessen, so wie es zu Egons Lebzeiten immer war. Gestern hatte ich darüber die Zeit vergessen. Die Sonne war schon untergegangen.
Als ich endlich das Friedhofstor erreicht hatte, war es verschlossen. Also rief ich meine liebe Freundin an. Wissen sie, ich hab so ein Senioren Handy. Mit großen Tasten. "Bring doch bitte eine Leiter zum Friedhof, sei so gut, meine Liebe.", bat ich meine liebe Gerda. Wissen sie, die Gerda hat auch ein Auto, naja sie ist halt doch noch ein bisserl jünger, als ich. Wenig später startete ich mein "Ausbruchsszenario". Das war schon spannend! Ich stieg mit der Leiter über das Friedhofstor."
"Du meine Güte, sie sind über das Freidhogfstor geklettert? Mit einer Leiter? Wahnsinn! Versteh! So ist das also passiert. Haben sie sich sonst noch wo verletzt, als sie von der Leiter gestürzt waren?"
"Aber nein, Schwesterlein. Ich bin doch nicht von der Leiter gefallen. Wir sind gut zu Hause angekommen. Wissen sie, wir haben so einen kleinen Teppich, gleich neben dem Fenster, unter dem Blumentischerl. Naja, über den bin ich dann gestolpert."
"Ah, ja, die Teppiche. Ohje! Die sind schon eine Unfallgefahr." bemerkte ich erfahren.
"Aber nein, Schwesterlein. Ich bin nicht gestürzt. Aber die schöne Vase von meinem Egon, die ist von der Kommode gefallen, als ich den Teppich verrutscht habe. Die wollte ich auffangen. Leider hab ich sie nicht erwischt und sie ist irgendwie auf meinem Arm gelandet. Naja, wissen's Schwesterlein, die ist ja halt aus Stein und ziemlich groß und schwer. Aber kaputt gegangen ist sie nicht. Gott sei Dank! Mein Arm hat wohl das schlimmste Übel abgefangen", seufzte die sympathische so nette taffe Lady und lächelte.




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