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Ordnung in der Hennenkommune

  • May 27, 2015
  • 3 min read


Ordnung in der Struktur

Wer hätte das gedacht? 27.Mai und eiskalter Wind bringt mich dazu, meine Winterhaube auf zu setzen, bevor ich, auch sonst winterlich adjustiert, in den Hühnerstall gehe. Es hat nicht mal 10 Grad! Es ist noch sehr früh, knapp vier Uhr vorbei.

Conchita und Schuschu sitzen ganz oben auf der Hühnerstiege vor der Schlafnestabteilung, die ich über Nacht geschlossen habe, um den Viern eine ruhige Nachtruhe zu ermöglichen.

Ich schiebe die Türen auf, Olga meldet sich sofort und lässt die beiden „Neuen“ freundlich passieren. Das war ja so klar.


Frieda bewegt sich nicht aus ihrem Nest, meldet sich nur kurz, irgendwie genervt klingt ihr kurzes Gackern.

Sie ist seit zwei Tagen leider wieder am „Brüten ohne Ei“ und deshalb sowieso etwas zickig. Conchita und Schuschu machen es sich auf den Stangen bequem und beobachten Frieda, die sie ja heute das erste Mal sehen. So wie ich es immer tue, wenn Frieda ihr Nest nicht verlassen will, setze ich sie doch ab und zu aus dem Nest, damit sie frisst und trinkt. Sie läuft auch heute danach ein wenig im Garten herum, entscheidet sich jedoch bald wieder, in ihr Nest zurück zu kehren. Sie begegnet Olga auf ihrem Nachhause weg und pickt kurz nach ihr. Das habe ich noch nie beobachtet.

Naja, schaun wir mal, ob nun Zickenkrieg ausbricht, wenn sie in ihr Nest zurück will.

Dabei muss sie ja an den „Neuen“ vorbei. Ein kurzer Blick, ein vorsichtiges Annähern.

Vorbei muss sie ja irgendwie, denn der Platz erlaubt ein Vorbeihuschen hier oben leider nicht. Conchita steht auf, macht sich ein bisserl größer, Schuschu bleibt sitzen, dreht nur ihren Kopf und Frieda plustert sich auf. Macht sich wichtig und pickt kurz, aber bestimmt nach den beiden Mitbewohnern, die nun zur Seite weichen und Frieda durchlassen. Naja, das wär also mal klar.


Frieda bleibt Chef! Frieda macht sich in ihrem Nest breit und bekräftigt ihren Status mit einem bestimmten „Gogooock!“ Conchita ist neugierig. Sie schielt immer wieder nach Frieda und steigt vorsichtig eine Sprosse näher zu ihr. Sie beobachtet Frieda. Irgendwie gruselig, wie sie sie fixiert. Ist das jetzt wohl die geheime stumme Kommunikation, bei der wir Menschen ausgeschlossen sind? Olga erzählt mir irgendetwas, bleibt in meiner Nähe und ist sichtlich aufgeregt. Wir sind einige Meter vom Stall entfernt und ich rede mit Olga, erzähle ihr von meinen Gedanken zur Hühnerfamilienvergrößerung. Olga scheint sich tatsächlich zu beruhigen. Sie pickt jetzt friedlich im Gras rum.


Unsere Katze Joda schaut auch mal kurz vorbei und möchte, so wie an jedem anderen Morgen auch, in den Stall hinein. Sie macht dann immer eine Art Rundgang. Hinauf auf die Hühnerstiege in die Schlafnestabteilung. Schnuppert ein bisschen rum und schaut dann wie aus einem Fenster raus. Das bringt mich immer zum Lachen.

Heute allerdings beendet sie ihren Kontrollgang schon an der Hühnerstiege. Fragend schaut sie mich an – „Was ist da los im Hühnerstall? Fremde?“ „Ja, Joda, das sind Conchita und Schuschu. Hab euch ja schon gestern erzählt von ihnen. Die wohnen jetzt auch da.“ Kaum habe ich ausgesprochen, bricht Joda die Stallkontrolle ab.

Weil schon zwei bitterkalte Stunden vergangen sind, beschließe ich, mir heißen Kaffee zu holen. Es ist ja so kalt! Damit Frieda auch ja nicht in ihrem Brutgehabe gestört wird, teile ich die Schlafnestabteilung mit einem Holzgitter vorsichtshalber ab. Die zwei Neuankömmlinge sitzen nach wie vor oben und machen keine Anstalten, in den unteren Bereich zu wechseln. Sie kennen ja auch bis jetzt nur einen Volierestall und hatten noch keine „Gras-Landberührung“. Also, bis später meine Lieben.



 
 
 

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