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DER 30.FEBRUAR

28. Feb. 2015
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. März


Wieder einmal ein Durcheinander.

Wieder einmal vermissen viele, die am 29.Februar geboren sind, diesen Tag. Wieder einmal stellen vielleicht auch sie sich diese Frage:

Warum gibt es eigentlich Schaltjahre?

Ich habe versucht, die wichtigsten Eckdaten zusammen zu suchen und habe nicht schlecht gestaunt.

Es gab sogar ein einziges Mal EINEN 30.FEBRUAR

Doch zuerst mal zu den allgemeinen Verwirrungen:

Vorerst waren Kalender stark mit der Religion verbunden. Sie spiegelten ein Stück der gottgegebenen Ordnung des Kosmos wieder. Verschiedene Kulturen haben verschiedene Kalender hervorgebracht, Sonne und Mond haben dabei stets eine große Rolle gespielt. Die heutigen regelmäßigen Schalttage existieren, seit Papst Gregor XIII. in einer päpstlichen Urkunde am 24. Februar 1582 ganze 10 aufgelaufene Schalttage anordnete (nachdem er sich mit bedeutenden Astronomen seiner Zeit beraten hatte)

Von da an sind also Schaltjahre:

  • alle ganzzahlig durch 4 teilbaren Jahre

mit Ausnahme der Jahrhunderte, die nicht durch 400 teilbar sind, also 1700, 1800, 1900… und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein. Folglich hat der Gregorianische Kalender 97 Schalttage in 400 Jahren.

Dagegen sind aber 1600 und 2000 Schaltjahre.

Grundlegendes will ich hier einmal feststellen:

Es gibt drei wesentliche kalendarische Größen:

den Tag (bestimmt durch die Erdrotation),

den Monat (bestimmt durch den Mondumlauf um die Erde)

und das Jahr (bestimmt durch den Erdumlauf um die Sonne).

Diese drei Größen stehen aber in keinem einfachen mathematischen Zusammenhang. Sie besitzen keinen gemeinsamen Teiler:

Ein mittlerer Sonnentag hat 24,0 Stunden. In diesem Zeitraum dreht sich die Erde einmal um die eigene Achse.

Ein synodischer Monat hat 29,5306 Tage und damit 708,7 Stunden.

(Als synodischen Monat bezeichnet man z.B.: die Zeit, die von einem Vollmond bis zum nächsten vergeht)

Ein tropisches Jahr ist der Zeitraum, den die Sonne braucht, um von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt zu wandern. Das tropische Jahr hat 365,2422 Tage und damit 12,4 synodische Monate.

Und all diese „zeitlichen Unstimmigkeiten“ würden sich im Lauf der Jahre summieren.

Also, kurz gesagt: Der Februar ist deshalb ein Ausnahmemonat, weil:

TAG - MONAT UND JAHR KEINEN GEMEINSAMEN TEILER HABEN

Und wir mit dieser Zeitschummelei verhindern, dass wir nach 753 Jahren Weihnachten mitten im Sommer feiern würden…

Keine Sorge, die Rechnerei hat ein Ende. Versprochen.

Nur eines noch:

Es gab tatsächlich ein einziges Mal einen 30. Februar - und zwar vor 300 Jahren.

Und zwar nur in Schweden, im Jahr 1712.

Das beweisen Auszüge aus Kirchenregistern, die Geburten und Hochzeiten an diesem Tag dokumentieren. Warum es den Tag, den es eigentlich nicht gibt, gibt, waren Probleme des Landes beim Übergang vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender.

1699 war es soweit. Schweden sagte endgültig „Ja!“ zum Gregorianischen Kalender. Aber bitte nicht von einem Tag auf den anderen! Sie wollten es schrittweise tun. „Einfach mal von 1700 bis 1740 alle elf Schalttage ausfallen lassen!“, war die Idee. Und tatsächlich ließ Schweden im Jahre 1700, 1701, 1702 und 1703,… den 29. Februar einfach mal aus.

Doch weil sich Schweden damals fast permanent im Kriegszustand befand, vergaß man 1704 und 1708 diesen Vorsatz. Da gab es dann doch wieder einen 29. Februar.

König Karl XII. hatte aufgrund der Kriege mit Dänemark-Norwegen und Sachsen schlichtweg Wichtigeres zu tun, als sich auch noch um den Kalender zu kümmern.

1711 war es dann fix. Schweden kehrte zum Julianischen Kalender zurück.

Aber sapperlot! Nun war Schweden in seiner Zeitrechnung, einen ganzen Tag voraus. Was also tun? Ausgleich!

Ein zusätzlicher Tag war erfunden: dies war der 30. Februar 1712, ein zweiter Schalttag.

An dieser Stelle nur noch ein letztes Wort:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, den heutigen Geburtstagskindern!

Selbstverständlich auch euch allen, die ihr am 29.2. geboren seid.


 
 
 

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