Aktualisiert: 19. März

So, also da bin ich wieder. Milow mein Name. Ich bin ein putziger, schwarzer gelbäugiger Kater. Noch immer ein bisserl klein. Klein deshalb, weil noch ziemlich jung. Weil sonst eigentlich, ist mein Körperbau sehr athletisch und sportlich, wie ich meine. Aber, meine Katzenmama hat gemeint, dass ich, seit dieser Katzenjammerunsäglichkeit unlängst, schon wieder ein ganzes Stück gewachsen bin. Miauu! Was für ein herrlicher Traum. Welch herrlicher Morgen. Alles ist so, wie es sein soll. Katzenmama schlummert noch friedlich im Bett. Meine Morgentoilette hat schon ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen. Ja, ich bin zufrieden. Fell glänzt. Ich schnuppere wieder gut nach Milow. Mal schauen, was es in der Nachbarschaft Neues gibt. Guter Platz! Milow Platz! Hier vom Fensterbrett kann ich alles sehen. Ob sie heute wiederkommen wird? Die hübsche Weiße, mit dem blauen Halsband? Wie geschmeidig sie sich immer an der Fensterbank rekelt. Oh, ja. Da ist sie. Da ist sie. Sieh her. Da bin ich. Hier! Dein Tiger! Hej, Süße! Komm doch mal rüber. Ich könnte dir deine süßen Öhrchen putzen. Auch deinen Rücken lecken. Miauuuuu! Du, ich hatte einen so was von total supergeilen Traum. Du und ich gemeinsam. Hier auf meiner Fensterbank. Und dann haben wir sie entdeckt. Die kleine graue Maus. Miauuuu! Sie wohnt schon lange in der kleinen Ecke, dort unter dem Kasten. Manches Mal, wenn sie ihr kleines winziges Näschen herausstreckt, und ihre Barthärchen so verlockend zittern, dann mache ich mich ganz klein. Flach. Presse meinen Körper ans Bodenholz. Bewege mich keinen Millimeter mehr. Mit dir, meine Süße, war das ja noch viel katzenfeiniger. Du, in der einen Ecke. Ich in der anderen. Sie hat uns zu spät gesehen. Schmatzemäuschensupergut. Und du, meine Süße, bist in deiner eleganten, geschmeidigen Weise, ganz langsam zu ihr geschlichen. Ich schwöre, nicht mal ich selbst, konnte dich hören, in diesem Moment. Deine Augen trafen die meinen. Ja, die Botschaft ist angekommen. Du hast recht. Aus meiner Ecke hatte ich die bessere Sicht. Jetzt, - warte. Ich bin gleich da. Jetzt wieder du. Es sind nur mehr ein paar Zentimeter. Komm, Süße. Ein Stück noch zur Seite. Da bin ich. Meine rechte Pfote schnellt unter die Kastenkante. Ich hab sie! Nein! Ich hab sie doch nicht! Ich hab sie! Doch wieder nicht! Wo ist sie hin? Wie kann das sein? Süße! Ooooch! Nicht traurig sein. Komm. Alles wird gut. Wir warten halt wieder, meine Süße. So kuschelten wir uns denn, eng aneinander. Dein Kopf an meinem. Warm, weich. Oh, dieser Duft! Oooooh, dieser Duft! Es war mir, das muss ich zugeben, schnurrmiauegal, wann und ob das Schmatzemäuschensupergut, wiederkommt, oder nicht. Du warst da. Bei mir. Hier. Meine Süße! Welch ein Traum! Miauuu!? Welche zarte Hand streichelt meinen wundervollen Körper? Katzenmama aufgewacht. Süße Streichelstimme, oooh, guuuuut riecht sie! „Na, Milow! Ist sie wieder da? Die Katzenlady von gegenüber? Ja, ich kann sie sehen. Sie ist wirklich eine ganz Hübsche. Komm her, mein Tiger. Ich weiß, sie steht auf dich. Ganz sicher träumt sie jeden Tag von dir.“ Dankbar in Katzenmamas Schoß geklettert. Kopf reiben, an der weichen Menschenhaut. Schnurrdiburr! Langsam fallen meine Augen zu. Und selig gleite ich hinweg in meinen nächsten Traum.

